Der Astroverein Halle
  Die Perseiden 2004 beobachten
  Wann, wo, wie, wie viele?

Was sind eigentlich die Perseiden?

Einen Meteorstrom wie die Perseiden zu beobachten ist ganz einfach: Sie müssen nur zur richtigen Zeit an einer dunklen Stelle sein. Optimal ist ein Standort auf dem Land, weit entfernt von jeder großen Stadt. Durch die Lichtverschmutzung entgehen Ihnen sonst leider viele der schwächeren Sternschnuppen. Wenn Sie trotzdem in einer Stadt oder in Stadtnähe beobachten wollen, dann suchen Sie sich wenigstens eine Stelle, wo Sie nicht direkt von Lampen geblendet werden.

Sie brauchen übrigens kein Fernrohr, um die Sternschnuppen zu sehen. Es würde Ihnen sowieso nichts nützen. Sie wissen schließlich nicht, wann und wo die nächste Sternschnuppe auftaucht. In der kurzen Zeit, bevor sie wieder verlischt, könnten Sie sie sowieso nicht mit dem Teleskop finden und verfolgen. Außerdem sind Sternschnuppen auch ohne optische Hilfsmittel sehr gut zu sehen. Versuchen Sie also lieber, einen möglichst großen Ausschnitt des Himmels im Blick zu behalten - suchen Sie sich einen Platz, wo Ihnen keine hohen Gebäude oder Bäume die Sicht versperren. Am bequemsten können Sie den Himmel im Blick behalten, wenn Sie auf dem Rücken liegen, also nehmen Sie ruhig einen Liegestuhl oder eine Luftmatratze mit. Dazu noch einen warmen Pullover oder eine Decke, falls die Nacht frisch wird. Mehr Ausrüstung brauchen Sie für die Sternschnuppen nicht!

Und wann ist die richtige Zeit, um die Perseiden zu sehen? Die größte Perseidenaktivität wird in diesem Jahr am 12. August gegen Mittag unserer Zeit erwartet. Um diese Zeit ist es bei uns natürlich hell. Günstiger ist die Situation für Beobachter im Westen Nordamerikas, denn dort erlebt man dieses Maximum in den frühen Morgenstunden. Die beste Zeit für uns werden also die frühen Morgenstunden des 12. August sein. Vermutlich werden etwa 20 - 40 Sternschnuppen pro Stunde zu sehen sein.

Der Finne Esko Lyytinen - bekannt durch seine Arbeiten über den Meteorstrom der Leoniden - hat einen weiteren Maximumszeitpunkt berechnet: Am 11. August gegen 22.54 Uhr MESZ werden sich ebenfalls Perseidenmeteore häufen. Allerdings ist es sehr schwer, ihre Anzahl zu schätzen. Vielleicht wird es nur einen leichten Anstieg der Aktivität geben, vielleicht sieht man aber auch 100 Sternschnuppen in der Stunde um das Maximum.

Einen hübschen Bonus gibt es für Frühaufsteher in der Nacht des Perseidenmaximums: Eine schlanke Mondsichel zieht in den Morgenstunden an Venus vorbei, die als strahlend heller Morgenstern gar nicht zu übersehen ist. Vielleicht gelingt es ja dem einen oder anderen Fotografen, dieses Pärchen zusammen mit einer Sternschnuppe auf Film zu bannen?

Aber nicht nur in der Nacht vom 11. auf den 12. August wird es Perseiden zu sehen geben. Sternschnuppen aus diesem Strom fallen in diesem Jahr zwischen dem 17. Juli und dem 24. August. Es lohnt sich also, in den Sommernächten einmal Ausschau zu halten nach den Perseiden.

Was sind eigentlich die Perseiden?